Sunday, 8. february 2009
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18:38
Sie sitzt im Zug. Und viele andere auch. Besetzer von Platz 56 – das wäre laut Reservierung eigentlich ihr Platz, aber es war genug frei – beschallt, trotz Kopfhörer nicht nur sein Trommelfell mit den Ärzten aus dem iPod, schräg gegenüber wird kräftig in die Tastatur des iBooks gehämmert und
der Herr zu Ihrer Linken schnarcht - ganz ohne i. Sie hat bei der Platzreservierung, wie schon erwähnt eigentlich unnötig, nicht auf die handyfreie Zone bestanden – und sie bereut es nicht. Es
macht Spaß zu erfahren wer sich für welchen Klingelton entschieden hat. Die Dame mit dem grünen Strickrock zirpt es aus der Handtasche an bevor sie auf die grüne Telefontaste drückt, kurz
lauscht und mit charmantem wiener Akzent sagt „Des dut mir laad, da hams sich wohl verwählt. Kän
Ursach! Babaa!“ Herr X und Frau Y telefonieren wohl mit der selben Person – Mausi… Und der Herr im schicken Anzug, der ihm wirklich unheimlich gut
steht und gut zur graumelierten akkurat geschnittenen Frisur passt, muss mehrfach mit seiner Sekretärin telefonieren, die heißt übrigens nicht Mausi sondern Mareike, und erklärt ihr dass er die
Telefonkonferenz jetzt nicht annehmen kann da er nicht frei reden kann. Schade denkt Sie, das wäre sicher interessant geworden. Die Dame mit eindeutig asiatischer Herkunft – die man dem Herrn von Ihrem Platz 56 übrigens auch nicht absprechen kann-
ist mit der Hand auf der Tastatur des, ausnahmsweise i-losen Computers eingeschlafen und zuckt hin und wieder – was sie wohl träumt? Hoffentlich nichts Unanständiges – hinter ihr sitzen
Minderjährige. Obwohl das Geräusch der Bob der Baumeister- Motorsäge des Jungen, die als Gimmick dem Bob der Baumeister-Magazin beilag, die
Assoziation zu Erwachsenenspielzeug aufkommen lässt.
Ein „Hexhex, plingplong“ hält Sie davon ab diesen Gedanken weiter zu führen denn Sie muss lachen. Der Ton erklingt
auch wenn sie eine SMS empfängt. Und schon wieder hat Sie was über eine wildfremde Mitreisende erfahren ohne auch nur ein Wort mit ihr zu wechseln – Bibi Blocksberg gehörte wohl auch in ihre
Kassettensammlung . Ob sie auch heute noch ab und zu rein hört wenn sie krank ist oder nicht schlafen kann? Das wird Sie beim Zugfahren wohl nie erfahren.
von Jolanda
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Wednesday, 4. february 2009
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11:58
Sie hat fast alles was sie sich immer als das Nonplusultra erträumt hat. Einen Job der Spass macht und die Kosten deckt,
einen Freund den sie sich gut als Vater ihrer Kinder vorstellen kann und sie ist gesund.
Sie dachte immer, mit knapp 30 wäre Sie verheiratet und alles liefe in geregelten Bahnen. Aber allein Ihr Job führt zu Unregelmäßigkeiten im Alltag. Ausserdem fragt Sie sich ob sie das alles
so überhaupt noch will. Manchmal ist sie überzeugt, dass sie im falschen Zeitfenster lebt. In den 50´s hätte sie die Wahl garnicht gehabt. Als Tochter aus gutem Hause hätte Sie wahrscheinlich eine
gute Ausbildung bekommen und dann geheiratet, Kinder bekommen und dafür gesorgt dass ihr Mann den Rücken frei hat. Wie es sich für eine gute Ehe- und Hausfrau eben geziemt hätte. Manchmal wünscht
Sie sich heute so ein Leben. Dann erzählt Sie von ihrer Freundin Cora. Grundschullehrerin, verheiratet, 2 Kinder, Haus, Familienkutsche + kleinen Zweitwagen für Einkäufe. Und in Ihrem Gesicht kann
man sehen, dass sie sich so ein Leben auch nicht vorstellen kann. Weder im Job noch privat könnte Wiederholbarkeit von Tagesabläufen für Sie erstrebsam sein. Schade eigentlich - es
wäre alles so viel einfacher. In letzter Zeit kreisen Ihre Gedanken oft um diese Frage: Was muss Sie tun um zu erreichen was Sie will? Äh.... was will sie überhaupt? Sie
sucht nachdem was sie sucht - und wer suchet der findet!
von Jolanda
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Thursday, 22. january 2009
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02:21
Nichts ist typischer für eine Betriebfeier als der Tratsch danach. Sie war ganz anständig – denn in die Mühlen der
Gerüchteküche will sie nicht gelangen. Aber als ihre Freundin am nächsten Morgen anruft um zu erfahren wie der Kerl heißt neben dem sie eben aufgewacht ist und in dessen Bad sie sich gerade den
Abend noch mal durch den Kopf gehen lässt, kann Sie nur noch grinsen. Wie lange wird es dauern bis das die Runde macht? Oder ist es für die Kollegen doch interessanter darüber zu reden dass der
Herr „Piep“ – ein notorischer Weiberheld – mit deM „ups“ wild knutschend im Treppenhausstand während seine un „heimliche“ Affäre wütend eine Szene machte und sich dann den schnuckeligen „X“ aus „Y“
schnappte um „Piep“ eifersüchtig zu machen woraufhin dessen Begleiterin sich die Wodkaflasche nicht mehr entreißen ließ und relativ bald jedem – ob Mann oder Frau es sehen wollte – ihre neueste
silikonisierte Errungenschaft vorführte die bis dato angeblich nur so prall war weil sie ein neues Trainingsprogramm ausprobiere… Das Zischeln und Wispern nimmt tosende Ausmaße an wenn man durch
das Büro läuft. Die Luft kannst Du schneiden wenn „Piep“, „ups“, „X“ und „Silicon Valley“ ausversehen im gleichen Aufzug landen… …und Sie dankt der guten Hausmannskost ihrer Oma, bei der sie vor
der Feier zu Besuch war, denn die bildete die saugfähige Basis für einen feuchtfröhlichen Abend ohne Nebenwirkungen – und natürlich die Ermahnung einer 95jährigen Dame: „Tu nichts was ich nicht
auch täte – vor Allem nicht wenn der Slip nicht zum BH passt!“
von Jolanda
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Wednesday, 7. january 2009
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19:34
Sie denkt, sie hat etwas gelernt, ist älter geworden reifer- und dann passieren Dinge die ihr genauso passiert sind
als Sie 14 war.
Skikurs in der 8. Klasse. Die Jungs kommen nachts heimlich in das Zimmer der Mädels. Falls doch ein Lehrer ins dunkle Zimmer gucken sollte schlüpft jeder Junge zu einem Mädel ins Bett - ER landet
bei ihr! Hoppla... und wie das auf Klassenfahrten so ist, er küsst Sie! Wow, davon hat Sie schon lange geträumt und endlich wird es wahr. Zu dumm nur, dass er am nächsten Morgen keinen Ton darüber
verlieren wird und Sie sich fragen wird was sie falsch gemacht hat.
Vielleicht hätte Sie jemand vorwarnen sollen: Wenn es eine Neuauflage eines Buches gibt ändert sich der Inhalt
nicht!
von Jolanda
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Tuesday, 6. january 2009
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13:24
Sie sitzt in der Bahn. Die Tür öffnet sich und zwei Mädchen steigen ein...so um die 18. Sie setzen sich
schräg gegenüber auf zwei frei Plätze.
Eine plärrt lautstark in ihr Handy: "Schahatz, isch war nisch Diskothek. ... Nahein,... Schahatz, isch war nisch Diskothek isch war Shisha-bar! ... Schahatz, nahein. ... Nahein, Schahatz, isch
steig nisch Bahnhof isch steig Marktplatz! Nahein... Schahatz!"
Sie versucht sich vergeblich das Grinsen zu verkneifen. Man muss einfach Prioritäten setzen: Zur Verdeutlichung einiger Fakten muss man Vokale in die Länge ziehen - dass da kein Platz mehr für
Artikel und Präpositionen bleibt sollte wohl jedem klar sein!
Also nochmal von Vorne:
Sie sitzt Bahan. Tühür öffnet sisch und zwei Mädchen steigen...so 18. Sie setzen sich schrähäg zwei freie Plätze.
Eine plärrt lautstahark Handy. "Schahatz, isch war nisch Diskothek. ... Nahein,... Schahatz, isch war nisch Diskothek isch war Shisha-bar! ... Schahatz, nahein. ... Nahein, Schahatz,
isch steig nisch Bahnhof isch steig Marktplatz! Nahein... Schahatz!" usw....
AHHHHHHHHH! Nahaaaaiiiiiin!!!!!
... es greift schon UM sich!
von Jolanda
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veröffentlicht in: Frauenalltag
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